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  • Fabian Kremser

Gesundheit 1.0

Aktualisiert: Okt 20

Was ist die Gesundheit eines Menschen wert? Kann man sie überhaupt beziffern? Und was kann man tun, um sie zu fördern?

Seit unterdessen über zwölf Jahren arbeite ich als Coach in den Bereichen Sport und Gesundheit. Konkret heisst das, dass ich Menschen dabei helfe, ihre Ziele zu erreichen, jene sportlicher Natur als auch jene der Gesundheit. Schon oft wurde ich gefragt: wozu braucht man Coaching für die Gesundheit? Nun... wozu braucht man Coaching überhaupt?


Zwei Dinge habe ich gelernt:

  1. Alle Menschen sind kerngesund und topfit.

  2. Alle Menschen lügen.

Klingt provokativ? Mag sein. Lasst mich erklären.


Unterdessen bin ich ziemlich überzeugt davon, dass viele Menschen vor allem von ihrem Ego daran gehindert werden, Dinge in ihrem Leben zu ändern, die vielleicht der Änderung bedürften. Die vielgerühmte Meinungsfreiheit hat dazu geführt, dass jeder eine Meinung hat, was auch gut ist. Dass diese jedoch oft überhaupt nichts mit Fakten zu tun hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich denke ein Grund dafür dürfte sein, dass viele Meinungen heute nicht mehr gebildet, sondern vielmehr konsumiert werden. Und warum auch nicht?

Zu jedem beliebigen Thema gibt es heute unzählige, schnell und bequem verfügbare Videoclips auf Youtube und Konsortien. Dort wird einem dann von vermeintlichen Ärzten, Experten und Gurus alles Mögliche erklärt. Oft klingt es sogar plausibel, vor allem ist es aber eines: praktisch.

Leider hört es hier nicht auf: die so entstandenen Meinungen werden gerne einmal zu "persönlichen Wahrheiten". Ach, meinst du? Nun, MEINE Wahrheit sieht anders aus... Und so findet kein Diskurs mehr statt. Es werden nur noch zu Prinzipien verkommene Meinungen geritten, bis sie lahm gehen und dringend neue Hufbeschläge bräuchten.


Die Gesundheit ist da keine Ausnahme. Sie sticht allerdings aus dem ganzen Dschungel an Expertisen deutlich hervor, denn jeder meint, zu wissen, was "gesund" sei, was am besten für, nun, alle Anderen ist... und so weiter. Hier eine kleine Liste von "Fakten", die mir in den letzten Jahren serviert wurden:


- Kohlenhydrate sind ungesund.

- Fleisch ist ungesund.

- Fett ist ungesund.

- Milch ist gesund.

- Vegan ist gesund.

- Vegan ist ungesund.

- Fleisch ist gesund.

- Kohlenhydrate sind gesund.

- Vegetarisch ist gesund.

- Keto ist gesund.

- Keto ist schädlich.

- und so weiter...


Kurz: Ganz egal, welcher Ernährungstrend gerade "in" ist, es gibt eine Vielzahl an Meinungen dazu und auch dagegen. Was sich jedoch nicht ändert ist, dass die entsprechenden Ansichten mit einer Vehemenz vertreten werden, die oft nicht nur an Aggression grenzen, sondern einen hektischen Stepptanz auf der Grenze dazu aufführen. Und damit kommen wir zum Coaching.


Meine Aufgabe ist es NICHT, Menschen zu sagen, wie sie sich ernähren, verhalten, schlafen, bilden oder bewegen sollen. Vielmehr besteht meine Aufgabe darin, gemeinsam mit meinen Kundinnen und Kunden mögliche Probleme zu eruieren und dann, stets im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Bereitschaften, daran zu arbeiten. Diese Prozesse können teils sehr lange gehen und zeichnen sich nicht selten durch eine ziemlich wellenlinig verlaufende Lernkurve aus. Und in den allermeisten Fällen steht folgende Aussage:


"Ich bin kerngesund und topfit".


Früher oder später muss ich dann die Frage stellen, weshalb man sich denn dann überhaupt unterhält und es läuft dann eigentlich immer darauf hinaus, dass nach und nach damit herausgerückt wird, dass man vielleicht eben doch nicht so topfit ist wie man es gerne wäre, öfters mal krank wird, ein schwaches Immunsystem hat...


Doch noch immer sind die Widerstände gross, weshalb man sofort zu Schritt Nummer Zwei übergeht: man lügt. Und zwar als erstes sich selbst gegenüber. Die Top 5 der gesundheitsrelevanten Lügen auf meiner Liste:


- Ich ernähre mich gut.

- Ich brauche keine Nahrungsergänzung.

- Ich schlafe genug.

- Ich bewege mich genug.

- Ich esse genug Obst und Gemüse.


Was ich daraus nehme ist, dass wohl unterbewusst sehr vielen Menschen völlig klar ist, dass gerade die Ernährung eine wirklich wesentliche Rolle für ihre Gesundheit spielt. Auch Bewegung und Schlaf sollten wohl in die Gleichung mit einbezogen werden, doch bevor man zugibt, dass man eine horrible Ernährungsstrategie - keine - hat, pro Nacht maximal 5 Stunden schläft, bis spät Abends noch am Handy oder Fernseher klebt, ja, letzteren vielleicht sogar noch im Schlafzimmer aufgestellt hat, den Gang zum Supermarkt mit Bewegung verwechselt... da redet man sich lieber selbst einmal schön, dass ja eigentlich alles gar nicht so schlimm ist und der letzte Hamburger, den man bei McDoof mit Sparpunkten kurz vor Mitternacht durchs Autofenster kaufte, ja doch immerhin Salat mit drin hatte...


Worauf ich hinaus will?


Gesundheit ist ein wertvolles Gut, ja, das wertvollste überhaupt vielleicht. Und wir, als Gesellschaft, investieren so gut wie gar nichts in sie. Ich will hier auch gar nicht die Moralkeule schwingen. Doch vielleicht mögt ihr euch einmal selbst fragen: was ist euch die Gesundheit wert?


Mir ziemlich viel.


Herzlich,

Fabian


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