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Die Entdeckung der Langsamkeit

  • Autorenbild: Fabian Kremser
    Fabian Kremser
  • 26. Sept.
  • 11 Min. Lesezeit

Heute hole ich aus. Weil ich das ja sonst nie tue. Fünf Tage nach dem Ironman Emilia Romagna in Italien bin ich zuhause in einem Wetter, das mich eigentlich in die Flucht schlagen würde und bei Temperaturen, die nicht meinem Naturell entsprechen. Für einmal drückt es mir aber nicht sehr aufs Gemüt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Über einige möchte ich hier schreiben. Andere sind nur für mich. Hier wird es um Triathlon gehen, doch auch um anderes und wem das zu persönlich ist: hier ist ein Link zu einer Katze in Batman-Maske. 


Du hast drauf geklickt, nicht? Schön, bist du trotzdem wieder da! 


Sonnenaufgang über den Salinen von Cervia.
Sonnenaufgang über den Salinen von Cervia in der Emilia Romagna.

„John Franklin war schon zehn Jahre alt und noch immer so langsam, dass er keinen Ball fangen konnte. Er hielt für die anderen die Schnur.“


Sten Nadolny - Die Entdeckung der Langsamkeit

Piper Verlag, ISBN 978-3-492-20700-3


Einen einfachen Satz, mehr brauchte es nicht. Dieses Frühjahr erst habe ich mir das Buch erneut gekauft, weil das erste Exemplar, das ich damals aus dem Bücherschrank meiner Eltern annektierte, in seine Bestandteile zerfällt. Mindestens einmal pro Jahr habe ich die fiktive Biografie des Seefahrers und Polarforschers John Franklin gelesen, seit ich es das erste Mal in den Händen hielt. Ein Satz war alles, was es brauchte. Die Geschichte des jungen, vom Wesen her langsamen John Franklin, der seinen Weg in einer immer schneller werdenden Welt finden muss, berührte mich aufs Tiefste. Ich sah mich selbst in ihm.


Wenn ich es recht bedenke, ist es mit den meisten Dingen so, die mit der Zeit einen wichtigen Platz in unserem Leben haben, oder nicht? Ob nun Bücher, Musik, Beschäftigungen oder auch Menschen. Man sagt, zehn Sekunden reichen aus. Dann weiss zumindest das Unterbewusstsein Bescheid und wartet, bis es beim Rest angekommen ist.


So ging es mir im Januar 2001, als ich zum ersten Mal das Wort „Triathlon“ hörte. Zehn Sekunden, die mein Leben nach und nach veränderten. 


So ging es mir im März des gleichen Jahres, als mir meine Schwester ihr Lehrbuch aus dem Englischunterricht unter die Nase hielt und ich das erste Mal den Begriff „Ironman“ las. Zehn Sekunden, die Dinge in Gang setzten, welche anschliessend nicht mehr aufzuhalten waren. 


Die Familie einer damaligen Klassenkameradin war regelmässig am Ironman-Event in Zürich involviert und sie fragte für mich nach, um welche Distanzen es sich dabei handelte und ab wann man so etwas denn machen könnte. (Ich muss das wohl erwähnen: das war vor einer Zeit, in der Internet in jedem Haus normal war, ganz zu schweigen von Handys oder gar Smartphones). Am nächsten Tag wurde mir ein Zettelchen unter den Tischen durchgereicht, auf dem vier Zahlen standen: 3,8 - 180 - 42,2 - 18. Das habe ich noch heute. Zehn Sekunden, dann war der Entschluss gefasst, dass ich mich für dieses Rennen anmelden würde, sobald ich volljährig war. 2004. Ich hatte also drei Jahre Zeit. 


Bis dahin, und wenn ich ehrlich bin zeitweise auch heute noch, war ich der Ansicht, ein eher zurückhaltender Mensch zu sein. Dass ich mir Zeit nehmen würde, zu überlegen, bevor ich in etwas oder jemanden investierte. Der Fokus jedoch und die Energie, die ich in sehr kurzer Zeit entfalten kann, wenn ich einmal zu etwas „Ja“ sage, spricht eher dafür, dass mein Unterbewusstsein das Ruder deutlich stärker in der Hand hat als mir im Oberstübchen klar ist. 


Ich verbrachte mehr oder minder meine ganze Pubertät im Schwimmbad. Das Ziel, dieses Rennen mit 18 zu bestreiten, war immer da, egal, was sonst noch in mein Leben trat. Und es nahm auch allen Platz ein. Meine Kameraden überboten sich an Wochenenden in den Versuchen, sich in Bars und Diskotheken zu schleichen, für die sie noch zu jung waren. Ich ging früh ins Bett, weil ich das Wochenende für Training nutzen wollte. 


Am 25. Juli 2004 fand tatsächlich mein erstes Ironman-Rennen statt. In Zürich, genau so, wie ich es mir mit 15 Jahren vorgenommen hatte. Rückblickend kann ich sagen: offenbar hatte ich es wohl schon damals in mir, für die aus meiner Sicht wirklich wichtigen Dinge eine Geduld und Zielstrebigkeit an den Tag zu legen, die an Sturheit grenzt. Massenstart. Chaos. 56 Minuten Schwimmen. Der Ausstieg. Die heute noch unfassbare Kraft des Moments, als ich zum ersten Mal in meinem Leben in eine Ironman-Wechselzone lief. Zehn Sekunden. Ich war zuhause. 


 Vor dem Start zum Ironman Switzerland in Zürich, 2004. Photo von Gerhard Kremser.
Vor dem Start zum Ironman Switzerland in Zürich, 2004. Photo von Gerhard Kremser.

Ich habe es schon im einen oder anderen Artikel gleich formuliert: danach geschah das Leben. Viel war gut. Anderes weniger. Ich durfte rund um den Sport Höhen und Tiefen erleben, tolle Menschen kennenlernen und solche, von denen ich in zehn Sekunden wusste, dass ich den Rest meines Lebens gut ohne sie verbringen konnte. Das Leben eben. 


Was hat das mit einem Rennen zu tun, das runde 21 Jahre später an einem anderen Ort auf der Welt stattfand?


Einfach alles. 


Denn irgendwo auf dem Weg zwischen damals und heute gab es in meinem Leben eine Zeit, über die ich an verschiedenen Stellen unterschiedlich intensiv berichtet habe. Schlicht, weil einiges davon so persönlich ist, dass ich es nicht im Internet breittreten will. Fragt mich, wenn ihr etwas wissen wollt. 


Hier so viel: Anfang 2018 erkrankte ich an einer Depression, die mich 2019 um ein Haar mein Leben kostete. Das ist keine Metapher. Zehn Sekunden.


Die Zeit danach: Schockstarre. Scham. Einsamkeit. Die Unfähigkeit, darüber zu sprechen, zu agieren, etwas zu tun. Lese ich heute die wenigen, noch vorhandenen Blogversuche auf dieser Website aus dieser Zeit sehe ich zwischen den Zeilen, wie es damals um mich stand und erinnere mich an die Energie, die ich aufwandte, das alles ja nicht an mich heranzulassen. 


Bis 2021 der Augenblick kam, in dem ich realisierte, dass ich erneut JA sagen musste - zu mir. Dann: Umzug. Rückzug. Stillstand. Langsamkeit, langsame Heilung. Arbeit an mir, an meinem Leben. Mein Sport, der langsam wieder vermehrt stattfinden konnte. Und irgendwann der Gedanke: Was, wenn doch…? Zehn Sekunden.


Dass ich nie wirklich mit dem Thema Leistungssport abgeschlossen hatte, begleitete mich schon lange. An jedem Rennen, das ich in der Zeit „danach“ bestritten hatte, war es deutlicher und deutlicher geworden. Doch ich war noch immer so neben der Spur, dass vieles, vieles nicht so lief, wie ich es gerne gehabt hätte. Man kann argumentieren, dass es das selten im Leben tut, doch gibt es Nuancen. 


Für mich war klar: den Sport noch einmal so richtig zum Mittelpunkt von allem zu machen war etwas, das ich wollte und das mir gefehlt hatte. Gleichzeitig mochte ich nicht zu dem Typen werden, der irgendwann verbittert im Schwimmbad herumschreit, dass er nur das eine gute Rennen bräuchte, um es allen zu zeigen. Dafür war und ist mir der Triathlon zu viel wert, zu gut, zu positiv, als dass ich ihn mir nochmal verderben lassen würde. Erst recht nicht von mir selber. Ich wollte eine Bestätigung, dass ich mir kein Luftschloss baute und nach der Saison 2024, nach dem Unfall am Ironman in Cervia im September, war ich von eben dieser so weit entfernt wie schon lange nicht mehr. 


Dachte ich. 


Mein Herbst / Winter 2024 in einem Bild.
Mein Herbst / Winter 2024 in einem Bild.

Im November des gleichen Jahres geschah das, wovor ich mich insgeheim gefürchtet hatte: alles, was ich in den letzten Jahren nicht verarbeitet und unter den Teppich gekehrt hatte, meldete sich zu Wort und feierte erneut fröhliche Umstände. Die Finsternis, die über mich einbrach, hatte nichts mit winterlicher Dunkelheit zu tun. Ich konnte noch so viele Kerzen anzünden, die Heizung noch so hoch drehen… ich sah mich erneut auf einem Abhang ins Schlittern geraten. Das machte mir Angst. Richtig Angst. Und doch war etwas anders als davor: Zehn Sekunden und ich wusste, dass ich Hilfe brauchte. 


Ich suchte mir einen Therapeuten. Dem Internet sei Dank fand ich jemanden, bei dem ich die Sitzungen über Videocall machen konnte, aus meinem Zuhause heraus, wo ich mich sicher fühlte. Doch auch so war es nicht leicht. In wenigen Wochen wurde alles, wirklich alles ans Licht gezerrt, das irgendwo unter Leugnung, fehlgeleitetem Ego, fehlendem Selbstvertrauen, Traumata begraben lag. Das forderte auch körperlich seinen Tribut. In 5 Monaten wurde ich ebenso oft krank, eine Bronchitis jagte die nächste. Mein Asthma, das ich seit Kindesbeinen habe, war so aktiv wie lange nicht mehr.


Dass an Training nicht zu denken war, muss ich kaum erwähnen. Nach und nach sagte ich ein Rennen nach dem anderen ab. Ich musste diesen Trümmerhaufen in meinem Inneren beseitigen, denn die Alternative wäre, irgendwann zu meiner Diagnose zu werden. Das wollte ich auf keinen Fall. Noch hatte ich diese Krankheit und nicht sie mich. Doch ich war trotz allem noch weiter von meinen Träumen entfernt als jemals zuvor. Zeit, alles ins Feld zu führen, was ich hatte. 


Viel war das nicht mehr, aber eins war mir geblieben: meine Sturheit. Oder eben: mein Wille, unermüdlich in Dinge oder Personen zu investieren, die ich für gut und richtig halte und die ich in meinem Leben haben möchte. Es hatte allerdings mehrere Jahre und viele Therapiestunden gebraucht um zu erkennen, dass ich selbst auch dazugehörte…


Irgendwann wurde es Frühling. Ich erinnere mich noch heute so lebhaft an diesen einen Morgen, als wäre es gestern gewesen. Das Erwachen an jenem Tag war, als wäre ich aus dem tiefsten, dunkelsten Abgrund des Meeres aufgetaucht um das erste Mal seit langem wieder atmen zu können. Zehn Sekunden. Am gleichen Tag meldete ich mich erst für den Ironman Italy an, dann für den Triathlon in Kirchbichl, ohne zu wissen, was auf mich zukommen würde. 


Im Labor fand ich heraus, wo ich rein körperlich stand und es wurde klar: Wenn ich diesen Ironman auch nur ansatzweise gut bestreiten wollte, musste ich besser, schlauer und effizienter arbeiten als alles, was ich bisher zustande gebracht hatte. 


Das war Pech, denn ich bin ein ziemlicher Hornochse. 


Das hier ist kein Märchen. Es ist auch keine „wenn-ich-das-schaffe-kann-das-jeder“-Geschichte, die auf Instagram für Likes sorgen soll. Es ist bei Weitem nicht so, dass ab da alles auf magische Art und Weise zu funktionieren begann. Doch ich hielt mich fest an meine Überzeugung: wenn dir etwas wichtig ist, dann tust du was dafür. 


Schritt für Schritt kam der Sommer näher und mit ihm etwas, das ich so lange vermisst hatte: ich wurde wieder mehr und mehr zu… mir? Ich verliere mich nicht darin, mir alte Zeiten zurückzuwünschen. Ich wurde nicht wieder zum Teenager (du liebe Zeit, einmal reicht). Aber ich merkte schon an meinem ersten Start in Kirchbichl dieses Jahr, dass ich Dinge endlich hinter mir gelassen hatte, die mich lange, lange Zeit zurückgehalten, heruntergedrückt, ausgebremst hatten. Was immer mir dort begegnete, würde wieder MICH kennen lernen und nicht einen Risikofall auf zwei Beinen. 


Zehn Sekunden. Sprintdistanz. Um mich herum ein Wald aus Wandschränken, zwanzig Zentimeter grösser, zwanzig Jahre Jünger. Ihre Power: atemberaubend. Ich: so weit ausserhalb meiner Komfortzone, dass ich sie schon wieder von hinten sah. Ich liebte jede Sekunde dieses ganzen Tages.


Zeit, nach vorne zu sehen.


Zeit, nach Italien zu reisen.


Es war ein Nachhausekommen auf vielen Ebenen. Nebst Cervia und dem Rennen an sich konnte ich auch das ganze Auf und Ab der Gefühle, die in mir tobten, endlich wieder einmal geniessen. Wobei „geniessen“ nicht wirklich auf alles zutrifft… ich verzweifelte an meinen Beinen (Warum fühlten die sich nach acht Stunden im Auto an wie mit Watte gefüllt?), an anderen Teilnehmern (Die sehen ALLE fitter aus als ich, was mache ich überhaupt hier?), freute mich an Begegnungen, dem Wetter, dem Schwimmen im Meer, an Italien selbst. Manche Momente Ohrfeigen. Mehr allerdings Diamanten. Zehn Sekunden reihten sich an weitere zehn. Bis ich am Samstag Morgen in der ersten Reihe am Strand stand und darauf wartete, den Ironman Italy 2025 zu starten. 


Und dann… entdeckte ich die Langsamkeit. 


"Anything is possible": Warten auf den Start. Photo von Doris Autengruber.
"Anything is possible": Warten auf den Start. Photo von Doris Autengruber.

Was ist ein Ironman?


Ironman - das sind 3,8 km Schwimmen im offenen Gewässer. 


Vor mir wenige, hinter mir viele. Am Strand eine Masse, in der auch Menschen waren, die eigens vor Sonnenaufgang am Meer gewesen waren um mich auf die Reise zu schicken, sogar welche, die am nächsten Tag selbst ein Rennen vor sich und damit allen Grund gehabt hätten, lange liegen zu bleiben. Das trug mich. Die Adria war an dem Morgen ruhig, es gab etwas Strömung, doch ansonsten waren es Minuten reiner Gegenwart. Langsamkeit. Ich schwamm, so schnell ich konnte, doch ich brauchte nichts mehr zu jagen. Ich sah, wie sich das Licht in den Wassertropfen brach, die ich um mich verteilte, wie die Sonne immer höher stieg, bewegte mich Zug um Zug von Boje zu Boje. 


Der Weg über den Strand und in die Wechselzone dann: ein Momentum, das sich weiter entfaltete. Geplante, geübte Handgriffe. Langsam werden um schnell zu sein. 


Ironman - das sind 180 km Rad fahren.


180 km Zeitfahren. Photo von Alexandre Bettoschi.
180 km Zeitfahren. Photo von Alexandre Bettoschi.

Auf Strassen, die nicht besser, aber auch nicht schlechter waren als an anderen Orten, über eine stillgelegte Autobahn. Kurven. Kleine Gruppen, denen ich mich nicht anschloss. Ich blieb langsam, wo andere schnell sein wollten und holte sie später doch wieder ein. Ich hatte keinen erneuten Unfall und liess mir in der Kurve, in der ich letztes Jahr so hart gestürzt war, besonders viel Zeit. 

Der Wind wurde irgendwann stärker und die letzten 20 km der Radstrecke fanden gegen ihn statt, doch auch hier: ich liess mich nicht von Hektik anstecken und hielt meinen Kurs. 


Zurück in der Wechselzone das Gleiche erneut: Handgriffe, die lange geplant und geübt waren, liessen mich ruhig bleiben. Die Raserei hatte ein Ende. 


Ironman - das sind 42,2 km Laufen. 


42.2 km Laufen. Spätestens hier begegnet man sich selbst. Photo von Christina Berlinger.
42.2 km Laufen. Spätestens hier begegnet man sich selbst. Photo von Christina Berlinger.

Ein Marathon also. Dass die eine Tendenz haben, die Tage besonders lang werden zu lassen, ist bekannt. Mit Schnelligkeit gewinnt man hier nichts, denn das einzige, was ins Ziel führt ist, einen Fuss vor den anderen zu setzen. Wieder und wieder. 


Die erste Hälfte fühlte ich mich gut, dann zeitweise etwas weniger. Nach etwas mehr als der Hälfte wollte raus, was im Magen war. Beeindruckend, was in einen Menschen von nur 176 cm Grösse alles hineinpasst. Tut mir leid, Kristian: diese Krone musst du abgeben. Sollte ich mir Sorgen machen, weil mein Zuckervorrat nun auf der Küstenstrasse lag? Nein. Ich liess mir Zeit, mich zu sammeln. Als die letzte Runde kam, war zwar nicht mehr viel vorhanden, doch das spielte keine Rolle: ich hatte mich darauf eingestellt, dass es weh tun würde. Nichts, was es in dieser Welt zu haben lohnt, kommt jemals leicht. Ich hätte es nicht anders gewollt. 


Dann: die Zielgerade am Strand. Lärm. Fahnen im Wind. Langsamer werden für einen Moment, der dann doch in einem Wimpernschlag vorbei war. 


Dieser eine Moment: im Ziel. Photo von Doris Autengruber.
Dieser eine Moment: im Ziel. Photo von Doris Autengruber.

An diesem Tag blieb die Uhr für mich nach 8:51:38 Stunden stehen. Ein Resultat, auf das ich letzten Endes zwanzig Jahre lang hingearbeitet habe. 


Zwanzig Jahre.


Himmel, das sagt sich so dahin. Wie oft wollte ich in dieser Zeit aufgeben? Wie oft war ich kurz davor? Wie oft zweifelte, verzweifelte ich, verlor ich mich aus den Augen? Wie oft hatte ich Angst? 


Ich glaube, das spielt keine Rolle mehr. Wenn, dann bestätigt es mir: Zehn Sekunden. Es mag länger dauern, bis es im Kopf ankommt, doch eigentlich weiss man Bescheid. Und egal was oder wer es ist: es lohnt sich, zu investieren. Geduld zu haben. Aufzustehen, wenn man hinfällt. Wieder und wieder. 


Es gibt immer viele Gründe, Dinge nicht zu tun. Es mag zu aufwändig, zu chaotisch erscheinen, zu viel sein. Es mag Angst machen. Bedrohlich sein. Die gewohnten Bahnen ins Wanken bringen. Unbequem sein. Doch diese Komfortzone ist der Ort, an den Träume gehen, um zu sterben. Ich halte weiterhin daran fest: es reicht EIN Grund, etwas zu versuchen. Denn: es könnte ja auch gut werden?  


Ironman - das sind immer auch die Menschen, die einen auf so einem Weg begleiten. 


Und ohne die wäre für mich das beste Resultat der Welt nichts wert. Die Tage rund um das Rennen waren für mich die schönsten, die ich dieses Jahr erleben durfte, aus vielen Gründen. Die Menschen, die ich in dieser Zeit um mich herum hatte, machen einen grossen Teil davon aus. Am Tag nach dem Ironman selbst an der Strecke zu stehen, anzufeuern, mitzufiebern und natürlich das Versprechen einzulösen, ein kurzes Stück mitzulaufen (Ehrensache. Mehr als fünfzig Meter gingen aber beim besten Willen nicht!), im Ziel zu feiern, die Emotionen mitzuerleben, Teil von Geschichten zu sein… das alles gab mir nochmal so unendlich viel, dass es mich bis heute sehr erfüllt. 


Die Zielgerade des Ironman 70.3 in Cervia am Sonntag.
Die Zielgerade des Ironman 70.3 in Cervia am Sonntag.

Das ist das Internet, weshalb ich hier nicht ungefragt Namen nenne. Die, die ich hier anspreche: ihr wisst Bescheid. Und falls ich vergessen habe es euch persönlich zu sagen: Danke. Von ganzem Herzen.


Ich kann hier nun für einmal etwas abschliessend schreiben, das mir lange, lange nicht möglich war, was aber bereits auf den letzten Kilometern des Marathons in mir aufkam: Was liebe ich diesen Sport!


Ich kann es kaum erwarten, das nächste Kapitel zu beginnen!


Herzlich,


Fabian


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