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  • Fabian Kremser

Von Kuren, die Zweite

Erst die Darmkur. Und dann? Heute soll es hier um die Stoffwechselkur gehen.

Von der Stoffwechselkur kursieren einige Versionen, die im Grunde alle ähnlich gestaltet sind und auch ein ähnliches Ziel haben: schnell, einfach und gesund Gewicht zu verlieren.


So weit, so gut. Klingt ein wenig wie die viel herbeigesehnte Wunderpille und ja - irgendwie ist sie das auch. Dennoch kommt sie mit einem grossen "Aber". Und zwar dergestalt, dass sie es eben doch nicht ist und man etwas dafür tun muss.


Vor allem anderen muss man hier sagen, dass es sich bei der Stoffwechselkur zwar um eine Methode handelt, mit der man recht schnell recht viel Gewicht verliert, dass sie aber eben keine Wunderdiät ist, sondern eine KUR. Will heissen: sie dauert nicht nur zehn Tage bis drei Wochen, sondern gesamt mindestens 44 Tage und macht es ausserdem erforderlich, dass man sich für seine Ergebnisse einsetzt. Tut man das und ist dabei konsequent, ist es tatsächlich keine Seltenheit, dass Männer in der Zeit bis zu 9 Kg an Gewicht verlieren, Frauen bis zu 6 oder 7. Ja, ist unfair, ich hab' jedoch die Regeln der Biologie nicht gemacht. Wie funktioniert das Ganze?


Auch hier sind wir in dieser Version, die ich selbst schon mehrere Male gemacht habe und auch im Ernstfall empfehle, auf Nahrungsergänzungen angewiesen. Einerseits, weil sie teils eine direkte Funktion in dem Ganzen haben, andererseits weil über Strecken recht angepasst - sprich, reduziert - ernährt wird und man in dieser Zeit erst recht seinen Bedarf an Mikronährstoffen decken sollte.


Ja, das kostet. Und ja, mehr als einer ist in den letzten Jahren auf die glorreiche Idee gekommen, das "auf seine / ihre Art" zu machen. Mit schlechter und billiger Ergänzung, inkonsequent und halt so "ein ein bisschen". Funktioniert nur nie und das Resultat ist dann: "Ach, das funktioniert nicht, ist eh alles Käse". Meine Empfehlung hier: falls von Interesse, selbst probieren und sich ein Bild von machen. Also, wie funktioniert es?


Die Kur besteht aus drei Phasen: Die Ladephase, die Diätphase und die Stabilisierungsphase. In allen dreien kommen Nahrungsergänzungen zum Zug: in der Lade- und Diätphase ein metabolischer Aktivator (dazu gleich mehr) und eine Basisversorgung an Mikronährstoffen. In der Diätphase kommt zusätzlich noch die Einnahme von MSM dazu, welches wie schon in der Darmkur die Aufgabe hat, Schlackenstoffe zu bündeln und auszuschaffen.


Der Aktivator: der hat zur Aufgabe, unser Gehirn ein wenig zu stimulieren. Und zwar dahin, dass es der Meinung ist, viel mehr Energie zur Verfügung zu haben, als das eigentlich der Fall ist, was es dazu bewegt, die Fettverbrennung anzukurbeln. Klingt ziemlich krass, funktioniert jedoch mit einem behandelten Himalaya-Salz und ist absolut auf Nahrungsmittelbasis.


Die Basisversorgung: Das ist ein Paket, das dem Körper alle Mikronährstoffe gibt, die er braucht und zwar in solchen Mengen und so aufeinander abgestimmt, dass er sie auch aufnehmen und verwenden kann.


MSM: Siehe oben.


Phase 1: Die Ladetage


Das ist wohl der Part, bei dem sich die Meisten beim ersten Mal denken: Hurra, das wird toll! Ging mir auch so - bis etwa zum Mittag des ersten Tages. An diesen Tagen geht es nämlich darum, sehr viel zu essen. Von 3000 bis 4000 Kalorien ist die Rede, was konkret bedeutet: Plus / Minus Grundumsatz mal 2. (Spoiler: Das Ganze geht auch für den Sport, doch dort sollte man bedenken, was man in etwa an einem aktiven tag so verbrennt. Da können aus "bis zu 4000kcal" schon mal gute 8000 werden... viel Spass!). Ideal viel Fettreiches. Zwei Tage lang. Dabei wird bereits der Aktivator eingenommen.


Das alles führt dazu, dass der Körper den Stoffwechsel mal so richtig aktiviert, denn er glaubt nun, dass er ab sofort permanent so viel Energie zur Verfügung hat. Dass man nach so einem Tag schon mal im Bett liegt und vor sich hin schwitzt, ist keine Seltenheit...


Phase 2: die Diätphase


Direkt nach dem zweiten Ladetag hört das grosse Fressen auf und man reduziert die Kalorienaufnahme erst mal drastisch. Tatsächlich werden hier um und bei 500kcal pro Tag anvisiert (auch hier: bei Sportlich aktiven Menschen sollten das dringend mehr sein, denn sonst wird's richtig ungesund). Die 500kcal sind tatsächlich das Minimum (auch hier macht man immer wieder den Fehler zu glauben: weniger ist besser, was nicht stimmt. Der Körper braucht nicht nur ein Minimum an Energie, sondern tatsächlich auch an Nahrung als Solche, denn ansonsten kann der Darm nicht arbeiten. Und dann nimmt man auch nicht mehr ab). Und es wird noch besser: Kein Fett, kein Zucker, keine Kohlenhydrate. Für 21 Tage.


Was kann man denn da noch essen?


Tatsächlich sehr viel, den wenigsten ist das allerdings auch bewusst. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe an Rezepten und auch Büchern, mit denen man sich inspirieren kann. Man kann abwechslungsreich essen, sich satt essen - und dabei Gewicht verlieren.


Denn das ist das oberste Credo: der Hunger muss weg! Die Kur ist nicht dafür da, sich entbehrungsreich durch drei Wochen zu hungern, zu verzichten, zu leiden. Im Gegenteil! Durch die Kombination an viel Proteinen und Mikronährstoffen kann sich der Körper einmal von Grund auf reinigen. Klar, dass das Energie braucht, doch hilft hier der Aktivator: er sorgt dafür, dass die fehlende Energie aus überschüssigem Körperfett gezogen wird.


Phase 3: Die Stabilisierungsphase


Wisst ihr, was passiert, wenn man sich nach drei Wochen angepasster Ernährung auf einmal wieder so ernährt, wie davor? Richtig - Hallo, Jo-Jo-Effekt! Das gibt's bei Diäten. Hier nicht, wenn man es richtig macht. Dann arbeitet man sich über weitere 21 Tage langsam, langsam wieder an ein "normales" Essen heran. Hier mal ein paar Kartoffel, da mal etwas Reis. Witzigerweise ist es diese Phase, in der den meisten auf einmal bewusst wird, dass sie eigentlich gar nicht so viel brauchen wie sie für gewöhnlich in sich hineinschaufeln...


Natürlich ist das Ganze noch ein wenig komplexer, als es hier schnell beschrieben werden kann. Doch es ist eine Methode, die funktioniert.


Sie ist nicht ganz ohne Stolperstricke, das muss auch erwähnt werden. Zum einen mal ist es enorm wichtig, dass man die Ladetage ernst nimmt. Tut man das nicht, kann es durchaus vorkommen, dass die Diätphase zur Tortur wird und man permanent Hunger leidet. Soll nicht sein und ist echt, echt eklig.

Dann ist da auch diese fehlgeleitete Idee, dass man mit noch weniger Ernährung noch schneller abnimmt oder dass es eine gute Idee wäre, während so einer Kur noch Sport zu treiben. Ist es nicht. Beides nicht. Wenn man sich bewegt, braucht man mehr Energie und dann sollte man mehr essen. Es kann sein, dass man dann weniger abnimmt, doch hat man dafür eine unglaubliche, andere Chance: nämlich die, gesund zu bleiben...


Und dann ist da auch noch dieser kleine Teil an Menschen, welcher die Kur als Absolution sieht und nach der ersten erfolgreichen Durchführung die Ansicht entwickelt, dass man ja fortan keineswegs mehr auf so lapidare Dinge wie die Gesundheit und die Ernährung achten müsste. Denn: man hat ja jetzt eine schnelle Möglichkeit, immer wieder abzunehmen.

Dass das alles andere als gesund ist, sollte nicht überraschen. Hier gilt wie überall auch: tut es richtig oder lasst es bleiben. Das ist eine Bereich des Lebens, in dem "ich machs auf meine Art" schlicht nicht funktioniert und auch keinen Sinn ergibt. Lasst euch also helfen, dann kann das richtig gut werden!


Herzlich,

Fabian


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