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  • Fabian Kremser

Von Energien: Der Geist

Teil 2 und schon wieder wird mir bewusst: das klingt ober-esoterisch. Gleichzeitig: wen interessiert's? Gestern habe ich über die Energien im Körper geschrieben, heute kommt nun mal eben der Geist an die Reihe.

In dem meiner Meinung nach absolut passablen Film "Mavericks", der die Lebensgeschichte des Surfers Jay Moriarty portraitiert, gibt es eine Szene, in der ihm von seinem Mentor, Frosty Hesson, die "vier Säulen eines soliden, menschlichen Wesens" aufgezählt werden: Die körperliche, die mentale, die emotionale und die spirituelle. Sind diese miteinander in Harmonie, können wir mehr oder minder alles erreichen, was wir wollen.


Ich finde dieses Anschauungsmodell sehr praktisch, da es vor allem zwei Dinge hervorhebt: erstens, dass der Körper nur ein Teil des Ganzen ist, wenn es um Leistung und Performance geht. Zweitens, dass der Geist den grössten Teil der Leistung erbringt, denn die drei nicht-physischen Säulen könnte man vereinfacht als den "Geist" zusammenfassen. Das Fundament eines gesunden Menschen besteht also zu einem Viertel aus dem Körper, zu drei Vierteln aus dem Geist.


Da dieser (zumindest in diesem Beispiel) abermals aus drei Teilen besteht, wird irgendwie schnell deutlich, dass das Thema der Energie hier nochmals um einiges komplexer wird. Zumindest in meinem Fall.


Meine mentale Säule zum Beispiel ist, wenn ich ganz ehrlich bin, alles andere als gut ausgebildet. Müsste ich sie in einem Bild darstellen, wäre das wohl entweder die krakelige Zeichnung eines nicht wirklich begabten Kindes oder aber ein wackeliger Stützpfeiler, der mit mehr Optimismus als Berechnung platziert wurde und nun in erster Linie durch Glück und Zufall an Ort und Stelle bleibt. Auf mich bezogen heisst das: ich weiss zwar rational sehr wohl, wo ich hin will und was ich dafür tun muss, lasse mich aber schneller aus dem Konzept bringen als ein Entenküken mit Gehirnerschütterung. Solide ist anders...


Die emotionale Stütze dagegen ist enorm gut ausgebildet, was aber nicht heisst, dass sie mich auch enorm gut trägt. Vielmehr ist sie oft der eine Junge auf dem Schulhof, der nur deshalb mit seinen Attacken und Schlägereien durchkommt, weil selbst die Lehrer Angst vor ihm haben. Ich bin sensibel und reagiere schnell höchst emotional auf auch nur kleine Dinge, die womöglich gar nicht existieren. In meinem Kopf werden sie dann aber zu Tatsachen, die mir ans Leder wollen und wenn sie übermächtig werden... da ist noch einiges an Arbeit zu erledigen.


Und spirituell... uff. Das ist der Teil, den ich auch in meiner Arbeit immer so lange meide, bis meine Kundinnen und Kunden spezifisch darüber sprechen möchten, was selten vorkommt. Denn: Spiritualität setzen wir oft mit Religion gleich und hier darf ich glaube ich ohne Umschweife behaupten, dass ich so ziemlich aus jedem Raster falle, das in meinem näheren und auch grösseren Umfeld existiert. Warum?


Nun, ich hatte schlicht nie dieses Erlebnis, dass mich irgend etwas auf einer spirituellen Ebene auffängt, trägt oder unterstützt. Stattdessen musste ich das alles in mir selbst entdecken und finden. Ich wurde nie durch "göttliche" Intervention aus dem Dreck gezogen, hatte nie eine "Eingebung" oder etwas in der Art und zu beten half auch nicht. Ich sage das ohne Groll, doch das alles führte dazu, dass ich mich hier als stabil ansehe und mich wohl fühle. Damit kann ich wenigstens eine dieser vier Säulen als so weit entwickelt bezeichnen, dass ich darauf bauen kann.


Zeit, die anderen drei zu formen, oder?


Herzlich,

Fabian


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