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The world is wide.

Swim it.

Ride id.

Run it.

  • Fabian Kremser

Vom Schwimmen, die Erste

Das habe ich ja schon einmal angetönt und mir erscheint dieser Zeitpunkt so gut wie jeder Andere auch. Sprechen wir übers Schwimmen im Allgemeinen und übers Schwimmen im Triathlon im Besonderen!

Triggerwarnung!


Warum schwimmen die meisten Triathleten schlecht?


Antwort: Weil sie schlecht trainieren.


WAAAS? Wie kannst du es wagen! Was weisst denn du schon, da wird hart trainiert und vor allem auch regelmässig! Was soll denn das bitte?


Ich werde mich für diese Aussage nicht entschuldige und sie auch nicht durch Belehrungen rechtfertigen. Stattdessen möchte ich Miene Beobachtungen und Erfahrungen teilen.


Was muss ein Schwimmer leisten können? Nehmen wir einmal DEN Schwimmer schlechthin als Vorbild: Michael Phelps. Seine Sportart, seine Disziplin ist / war das Schwimmen von Distanzen bis zu 400m.


Wenn Phelps nun nach einem 400m-Dash am Rand angeschlagen hätte und danach kollabiert wäre, dann hätte man gesagt: Good Race, abgeliefert, super. Das Ziel seines Trainings war also, im Pool jede anvisierte Distanz so schnell als möglich zu schwimmen, ohne dabei Rücksicht auf das "Danach" zu nehmen.


Und im Triathlon?


Mal ganz ehrlich: egal ob wir da von einem Sprint, einer Olympischen Distanz oder einem Ironman sprechen, nach dem Schwimmen geht das Rennen erst richtig los.


Für mich hiess das von Anfang an, dass das Schwimmen einen anderen Stellenwert hatte, als es für einen tatsächlichen Schwimmer haben sollte - und dass es dem entsprechend anders trainiert werden sollte. Denn ebenfalls klar war für mich, dass mir das keine Ausrede sein sollte, um nicht gut zu schwimmen. Die Tatsache, dass in einem Triathlon drei Disziplinen aneinander absolviert werden, sollte für mich nie als Aufhänger dienen, auch nur eine davon zu vernachlässigen.


Was also heisst es dann, Schwimmen im Triathlon zu trainieren? GUT zu trainieren?


Mein Werdegang im Wasser war nicht ganz alltäglich. So lerne ich beispielsweise erst sehr spät schwimmen. In dem Fall ist damit gemeint: ich lernte erst sehr spät, nicht zu ertrinken. Acht oder neun war ich da, ich weiss es nicht mehr. Auf jeden Fall in einem Alter, in dem es für eine Familie, die den ganzen Sommer über mit Segeln verbrachte, schon eher peinlich war, wenn der Filius nicht ohne Schwimmhilfe ins Wasser konnte.


Wie dem auch sei, die ersten Gehversuche im Pool wurden mir dann im Tri Team Aadorf etwas erleichtert. Ich bekam einige Basis-Übungen mit auf den Weg und begann dann sehr schnell damit, diese so umzusetzen, dass sie für mich Sinn machten.


Bei meinem ersten Ironman kam ich nach 56 Minuten aus dem Wasser. Bei meinem zweiten wollte ich unbedingt schneller sein, schaffte es auch (54 Minuten diesmal) - doch zahlte ich anschliessend einen sehr hohen Preis dafür. Diese zwei Minuten war ich nämlich lediglich schneller geschwommen, nicht aber besser. Ich hatte in zwei Minuten den Grundstein für ein Rennen gelegt, das am Ende eine einzige, grosse Lektion in Demut wurde. Und ich sah die Regel bestätigt: im Triathlon gewinnst du kein Rennen im Schwimmen, kannst es aber verlieren.


Doch der Funke war da. Ich wusste nun, dass ich schnell schwimmen konnte. Nun wollte ich lernen, schnell und GUT zu schwimmen, sprich, mich nicht mehr so komplett dabei zu verausgaben.


Zu Beginn tat ich das, was man mir riet: ich fragte diverse Schwimmtrainer um Rat. Und machte mir keine besonderen Freunde in dieser Zeit. Was ich auch verstehen kann: es mag kaum jemanden sonderlich erbauen, wenn man in seinem Beruf - in diesem Fall dem des Schwimmtrainers - gut und etabliert ist und einem dann ein Teenager auf der Nase herumtanzt, der meint, alles besser zu wissen.

Mein Problem war jedoch nicht unbedingt die Tatsache, dass ich eine freche Rotznase war. Das war mehr mein Charakter und hey - jung waren wir alle mal, oder? Mein Problem war, dass sehr, sehr vieles für mich schlicht keinen Sinn ergab. Wieso z.B. sollte ich versuchen mich zu bewegen wie Michael Phelps? Der war gut 20cm grösser als ich und hatte eine Schuhgrösse, dass ich mit seinen Tretern hätte die Mosel beschippern können. Ganz zu schweigen von einem Lungenvolumen, mit dem er mich voraussichtlich hätte als Ganzes einatmen können. Durchs linke Nasenloch.


Auch sonst bekam ich oft Dinge zu hören wie: "Du musst dies und das machen, dann..."


Okay. Probierte ich aus. Verwarf ich. Denn nichts davon brachte mir am Ende bei, mich im Wasser besser, einfacher, effizienter zu bewegen. Nur schon die Technik! Wie sollte ich lernen, einen sauberen Armzug zu machen, wenn ich mich für 25m ohne jeden Anker auf irgendein Gefuchtel mit meinen Armen konzentrieren, danach dann normal weiterschwimmen sollte?


Mit dem ganzen Selbstvertrauen von 19 Jahren sagte ich: dann mach' ich es eben selbst!


Ich machte mich auf den Weg.


Herzlich,

Fabian


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