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  • Fabian Kremser

Vom Schlaf

Meine Beziehung zum Schlaf war nie einfach. Dabei ist es so ein schönes Hobby...

Seit ich denken kann war der Schlaf etwas, das anderen geschieht und mir gerne auch mal vorenthalten blieb. Es ging früh los: ich konnte abends nicht einschlafen. Nach einer Weile liessen mich meine Eltern gewähren und ich konnte zu Bett gehen, wann ich wollte, allerdings unter der Bedingung, dass ich am Morgen dann auch aufstehen würde. Nun... nein. So wirklich klappte das nicht, doch was half es, einen kleinen Jungen unter Protest und Krakeele ins Bett zu verfrachten wenn er dort dann bis in alle Nacht sowieso nur Remmidemmi machte?


Dass ich am Morgen nicht aufstehen wollte, wurde mir mal als Faulheit angedichtet, mal als Sturheit, mal als schlichte Renitenz. Was es tatsächlich damit auf sich hatte, wurde mir selbst erst viel später bewusst.


Ich wurde in der Schule gemobbt. Übel. So sehr, dass ich streckenweise lange Zeit und immer wieder krank wurde aus lauter Angst vor der Schule. Dass ich mich für all das auch noch schämte, machte es nicht einfacher und dass mein Vater der Ansicht war, ich solle mich nicht so anstellen half auch nicht. So begann ich Abends, den Schlaf so lange als möglich hinauszuzögern, da er unweigerlich das Erwachen mit sich bringen würde und damit einen neuen Tag, an dem ich aufs Neue meinen Mitschülern ausgesetzt war.


Was sich mit der Zeit daraus ergab war, dass ich immer, heute noch, meine liebe Mühe damit habe, einzuschlafen. Zwar habe ich längst keine Angst vor dem Morgen mehr, stehe sogar gerne früh auf und habe möglichst viel vom Tag, doch kommt es noch immer vor dass ich Abends lange wach liege und keine Ruhe finde.


Heute ist es nämlich eher das: eine innere Unruhe, die mich wach hält. Sorgen und Ängste, die ich teils schon lange mit mir trage und die ich nur schwer los werden kann. Solche, die sich auf mein heutiges Leben beziehen. Dann aber auch wieder Wünsche und Sehnsüchte, die mich ruhelos und wach halten.


Ich weiss unterdessen, dass Schlaf wichtig ist. Sehr sogar. Die ganzen chemischen Prozesse und all das theoretische Wissen darum herum einmal ausser Acht gelassen ist es die eine Zeit, in der wir wirklich einmal abschalten können. Und das gelingt mir leider nicht immer.


Das ist ein Ziel für mich: besser schlafen. Mehr schlafen. Regelmässiger schlafen. Und da ich weiss, wie sehr das bei mir mit meinem Gemüt zusammenhängt könnte ich sagen: mein Ziel ist es, mich sicher, aufgehoben und geborgen zu fühlen.


Dann werde ich auch schlafen können.


Herzlich,

Fabian


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