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The world is wide.

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  • Fabian Kremser

Testwoche, Teil 1

Hey, ob ihrs glaubt oder nicht: heute und die kommenden Tage geht es hier für einmal so richtig um den Sport. Ob das irgendwen interessiert ist was anderes, doch ich habe gerade Spass dran. Oder... zumindest ist es spannend.

Ich würde an sich ja gerne Dinge schreiben wie: "Diese Woche war es so weit, mein Coach liess mich zum Leistungstest antreten, blablabla..." Doch für sowas bräuchte ich einen Coach, der mich antanzen lässt, wenn er der Meinung ist, dass man mal sehen müsste, was denn so im Hause Kremser passiert ist.


Okay, irgendwie hab' ich den schon, nur wohnt der Knilch in meinem Kopf, ist ein ekelhafter Pedant und manchmal alles andere als ein guter Freund, wobei er das in dieser spezifischen Funktion auch nicht sein muss. (Falls es hier noch unklar ist: ich rede von mir selbst).

Und nachdem ich mich nun gute zwei Jahre darauf konzentriert hatte, meine Basis wiederherzustellen und mich wieder so einigermassen als Athlet zu fühlen, war ich durchaus auch der Ansicht, dass es mal mit ein paar aktuellen Zahlen ganz gut käme. Natürlich gab es auch in den letzten Jahren immer wieder mal so kleine Leistungschecks, doch über Time Trias oder sonstige Tests, die man zuhause machen kann, gingen die nicht hinaus. Dadurch hatte ich zwar a) immer wieder mal aktualisierte Leistungsbereiche und b) auch eine Plus/Minus Ahnung, ob etwas vorwärts ging, doch so richtig objektiv war das ja nicht.


Das wars auch heute nicht, denn ich startete in meine Testwoche so ganz ohne jede metabolische Messung und Ähnliches: im Pool.


Hierzu muss ich erst mal etwas sagen: Leistungsdiagnostik im Schwimmen ist nach wie vor ein Ding, das irgendwo zwischen Religion und Glaubensphilosophie agiert. Klar taucht immer wieder mal jemand auf, der behauptet, das Rätsel endlich gelöst zu haben. Auch gibt es eine ganze Reihe an Testprotokollen, die man schwimmen kann. Da werden dann Zeiten gemessen und verglichen, manchmal auch Laktatwerte gezogen und hin und wieder sogar eine Herzfrequenz, doch die letzten beiden sagen nicht viel aus - und die Zeit am Ende auch nicht. Denn: All diese Faktoren lassen Dinge wie die Beweglichkeit, das technische Level, die Geschwindigkeit, mit der man wendet und so weiter ganz einfach ausser Acht.


Da war ich schon immer der Meinung: das kann am Ende nicht viel aussagen. Und trotzdem lasse ich auch meine Athletinnen und Athleten immer wieder mal so einen Test schwimmen. Warum?


Die Kurzversion: weil ich ein verdammtes Genie bin und die Daten richtig interpretieren kann, deshalb. Die längere Version: Ich behaupte nicht, dass ich DAS Testprotokoll entdeckt habe, mit dem man akkurate Daten und Leistungsbereiche ermitteln kann. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass wir da wohl noch eine Weile dran kauen werden. Doch ich WEISS, dass ich in den letzten zwölf Jahren, in denen ich auf dem Beruf des Coaches arbeite, mit meinen Auswertungen und Analysen immer so nahe an der letztendlichen Realität war, dass ich behaupten kann: was ich mache, geht auf und passt. Und da das Ganze auf meiner eigenen, von mir entwickelten Trainingslehre basiert, kann mir auch keiner das Gegenteil beweisen. Ha!


(Klingt arrogant? Mag sein. Ist mir in dem Moment aber egal (und in Zukunft auch noch), denn nichts von dem, was ich gerade behauptet habe, ist erfunden. Und ich bin der Meinung, dass ich auch dazu stehen darf. Und etwas stolz sein.)


Und was kam heute bei mir dabei heraus?


Nun... ich sag's mal so. Dass ich in den letzten zwölf Monaten gerade mal knappe fünfzig Kilometer geschwommen bin und zwanzig davon in den letzten drei Wochen, das merke ich natürlich noch. Der zweite Lockdown im Frühjahr 2021 hat hier seine Spuren hinterlassen und das will ich nicht schönreden. Auf der anderen Seite weiss ich jedoch, dass ich meine Basis nicht verloren habe und schnell wieder an einem Punkt sein werde, an dem ich bereit bin, das Ganze als "Schwimmen" zu bezeichnen.


Hier ist der Weg klar: dran bleiben, keine Fehler machen und die Schwerpunkte ausgewogen setzen. Die Zeiten werden sich entsprechend verhalten, die Kraft, Beweglichkeit und das alles ebenfalls wieder besser werden.


Fürs erste war das nicht schlecht und ich freue mich, dass ich an meiner Schwellenpace nicht mehr als drei Sekunden auf 100m verloren habe. Klingt nicht nach viel, ist aber bei diesen Tempi doch schon einiges. Und der Puls... das lassen wir mal, denn wie gesagt. Kann man unterdessen zwar am Handgelenk messen, doch das ist in etwa so genau wie eine grosszügige Schätzung. Kann mal stimmen, tut es aber oft nicht.


Nun denn! Zeit, etwas zu tun!


Herzlich,

Fabian


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