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The world is wide.

Swim it.

Ride id.

Run it.

  • Fabian Kremser

Gadgets

Eigentlich fallen auch die Sportuhren in diese Kategorie, doch wenn wir einmal davon ausgehen, dass die Uhr ein tatsächliches Trainingsmittel ist, können wir die Schere noch ein wenig weiter aufmachen und uns damit befassen, was es denn sonst noch so für Gadgets gibt – und was davon eher als "Spielzeug" angesehen werden sollte.

Einmal mehr als Erinnerung und vorneweg: das hier ist meine Meinung und wer nicht mit mir einig ist… tja. Muss niemand.


Es vergeht kaum ein Jahr oder sogar Monat, in dem nicht irgendein neues, aufregendes Gadget vorgestellt wird, das uns im Sport und in der Gesundheit helfen kann / soll, unser absolutes Potential zu entschlüsseln und zu einem Übermenschen zu werden.


Die Bandbreite ist gross: Von Neuronen-Stimulatoren über EKG-genaue Herzfrequenzmessungen und Leistungsmesser fürs Laufen bis hin zur versprochenen Leistungsdiagnostik am Smartphone gibt es nicht mehr als alles, was das Herz begehrt.


Schwimmbrillen, in denen uns Zugzahl und Tempo wie auf einem Overhead-Display angezeigt werden oder welche mit eingebauter Orientierungshilfe via GPS. Sensoren, die den Muskelsauerstoff messen. Sensoren, die den Blutzuckerspiegel messen. Sensoren, die die Körpertemperatur messen. Leistungsmesser fürs Laufen. Bewegungssensoren, welche die Lauftechnik analysieren. Sensoren für die Aerodynamik auf dem Fahrrad, Kopfhörer, die mit Elektronischen Signalen die Neuroplastizität fördern. Atemtrainer, Massage"pistolen", Druckmanschetten, die eine verbesserte Erholung versprechen. Und, und, und…


Persönlich bin ich sehr begeistert, wenn hier geforscht und erfunden wird, dass sich die Balken biegen. Und ich probiere gerne auch aus, denn ich frage mich schon mal: braucht's das?


Ah, da ist es wieder: Kommt drauf an…


Unterdessen denke ich, dass es hier wie so oft ein wenig Feingefühl braucht. Viele Geräte und Sensoren werden mit den besten Absichten entwickelt, tatsächlich dabei zu helfen, besser zu leben, zu trainieren, zu sein. Doch wie es eben so geht: in den meisten Fällen hängt auch hier ein grosses ABER hinter den Versprechungen.


Mein eigenes Arsenal kann sich eigentlich sehen lassen… derzeit verwende ich aktiv den Stryd (Leistungsmesser fürs Laufen), meine Sportuhr mit den ganzen Analysetools sowie den Atemtrainer Airofit. Zudem teste ich im Augenblick den Core-Bodytemp-Sensor aus, der meine Körperkerntemperatur in Echtzeit misst während dem Training.


Davor kamen und gingen der Humon Hex Muskelsauerstoff-Sensor, der Halo Neuro Sport Kopfhörer, der Abbot Libre Supersapiens-Sensor für den Blutzucker. Allen gab ich eine Chance, was in meinem Fall heisst: Mindesttestzeit 2 Wochen bis 1 Jahr.


Für mich ist unterdessen vor allem wichtig, dass die ganzen Gadgets auch tatsächlich etwas bringen. Es kann schon sein, dass für einige ein Sensor, der ihnen mehr oder weniger in Echtzeit sagt, ob ihr Blutzuckerspiegel sinkend, steigend oder konstant ist, der absolute Gamechanger ist. Diabetiker fallen mir da ein, es wäre ja nicht das erste Mal, dass ein Gerät aus der Medizin den Sprung in den Sport schafft. Mir selbst jedoch brachte das nicht viel mehr, denn meine grösste Erkenntnis daraus war: Wenn ich ein Energieloch hatte, war mein Blutzucker tief, wenn ich "stabil" war, war es auch der Blutzucker. Ach, sieh an (für einmal ganz ohne Sarkasmus). Oh, ERHOFFT hatte ich mir mehr, für mich wäre es beispielsweise super gewesen, in Echtzeit zu sehen, WIEVIEL Zucker ich z.B. verbrenne – doch davon sind wir wohl noch weit entfernt.

Der Humon Hex zeigte mir ebenfalls nur, dass ich bei einer konstanten Sauerstoffsättigung von über 70% im Muskel am leistungsfähigsten war, doch der grosse Durchbruch zur non-invasiven Diagnostik stellte das nicht dar. Und der Halo Neuro war in der Idee zwar sehr gut, in der Praxis aber so dermassen aufwändig anzuwenden, dass Aufwand und Ertrag für mich in keinem Verhältnis standen.


Kann ich also einen Tipp geben bezüglich Gadgets?


Ja, klar: wenn es euch glücklich macht, verwendet es!


Stellt euch vielleicht zuerst ein paar Fragen, bevor ihr da investiert, denn man kann schnell viel Geld ausgeben. Zielt es auf etwas ab, das bei euch ein Thema ist? Als Asthmatiker habe ich den Wert des Airofit schnell erkannt, denn das tägliche Lungentraining macht in meinem Fall mit oder ohne Hilfsmittel Sinn.

Und dann scheut euch nicht davor, einmal die ekligen Fragen zu stellen. Gerade beim Supersapiens zum Beispiel: sagt es euch etwas, das ihr auch fühlen, also wirklich selbst wahrnehmen könnt, oder gibt es euch einen greifbaren Mehrwert? Wenn ihr da nicht sicher seid, probiert es aus und entscheidet dann, ob ihr viel Geld in die Hand nehmen wollt.


Ich denke, bei den meisten Gadgets ist es so, dass sie auf die eine oder andere Art einen Mehrwert geben können, doch ist für mich unterdessen auch klar, dass kein Gerät der Welt einem jemals wirklich die Arbeit abnehmen wird. GPS-unterstützte Schwimmbrillen zum Beispiel, welche die Orientierung im offenen Gewässer erleichtern sollen, klingen nach einer tollen Idee – bis einmal etwas Nebel über dem Wasser liegt und die Orientierungspunkte nicht mehr gut sichtbar sind. Wie das z.B. auch bei Seegang von mehr als 20cm der Fall ist… auch wenn man sehr viel Geld ausgibt, wird man nicht darum herum kommen, im offenen Wasser zu schwimmen und das alles zu üben.


Darum mein Rat, einmal mehr: Wenn es euch Freude bereitet, ist das bereits ein Mehrwert! Und wenn ihr dann erst noch etwas richtiges damit anfangen könnt – go for it! Man sollte den Sport so geniessen, wie man ihn am liebsten betreibt, und wenn das mit so viel Elektronik am Körper ist wie man nur tragen kann, dann ist das eben so. Und lasst euch ja nichts anderes einreden!


Herzlich,

Fabian


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