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The world is wide.

Swim it.

Ride id.

Run it.

  • Fabian Kremser

Gadgets

Auch für einen erklärten Nerd wie mich ist es immer wieder erstaunlich, was es heutzutage alles für Geräte und Maschinen gibt, die man für... alles einsetzen kann. Allen voran steht wohl das Mobiltelefon, um das sich unterdessen nicht mehr als alles dreht.

Klar, die Idee dahinter ist oder war vermutlich mal wieder die gleiche, die hinter den meisten, grossen Erfindungen steht (und das Mobiltelefon IST eine grosse Erfindung. Das war auch die Atombombe.), nämlich jene, das Leben einfacher zu machen. Und im ersten Moment wurde es das auch. Man wurde: erreichbar.


Doch aus einem mobilen Telefon wurde irgendwann einmal das Smartphone, ein kleiner Computer, den man irgendwie permanent mit sich herumträgt und der, wenn man einigen Umfragen glaubt, für die meisten Menschen unterdessen der wichtigste Besitz ist. Doch ist da wirklich alles Gold was glänzt? Ich weiss, ich habe gestern schon in diese Richtung geschossen, doch ich denke, ein paar mehr Gedanken dazu dürfen es noch sein.


Welchen Stellenwert nimmt also das Handy bei uns ein?


"Vernetzung" ist eines der am Häufigsten genannten Argumente, vor allem bei jüngeren Generationen. Und ja! Das Smartphone gibt einem die Idee, dass man permanent erreichbar ist und dass man immer alle erreichen kann. Diese Medaille hat aber auch eine Kehrseite: damit dieses Prinzip funktioniert, muss jede und jeder im Besitz eines solchen Gerätes auch permanent erreichbar SEIN.

Auf der einen Seite steht also das Versprechen, niemals wirklich alleine sein zu müssen während auf der anderen Seite die Bedingung steht, dass man selbst immer für alle da ist. Und ja: viele nehmen ihr Handy mit ins Schlafzimmer und das erste und letzte jeden Tages, das sie sehen, ist der Bildschirm. Diejenigen, die das aber nicht tun, nehmen sich sofort aus dieser Gleichung heraus, was dazu führen kann, dass sich jene, die sich auf die permanente Erreichbarkeit verlassen, auf einmal so einsam und verlassen fühlen wie nie zuvor.

Dass ich damit nicht ganz von der Realität abweiche zeigt sich - meiner Meinung nach, ich lerne gern dazu - darin, dass gerade diese Gefühle der Einsamkeit und der Verlassenheit bei den eigentlich permanenten Jungen immer mehr zunimmt.

Wir haben Angst davor, alleine zu sein und verlernen es nach und nach.


Dabei ist gerade die Fähigkeit, auch alleine zu sein, unglaublich wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung und das Festigen des eigenen Charakters. Doch sobald wir einmal dieses Gefühl bekommen, alleine zu sein, gehen wir auf Empfang. Wir suchen quasi nach Menschen, die jene Leere für uns füllen, da wir es alleine nicht mehr können.

Und wenn das niemand tut, dann werden auch wieder mehr und mehr Geräte, Apps und Gadgets dafür herbeigezogen.


Ich MAG technische Spielereien. Ich freue mich immer wieder daran, was meine Uhr alles kann, wo ich überall Daten aufzeichnen und dann für den Sport verwenden kann. Es ist fantastisch, wenn man diese Daten richtig interpretiert und so umsetzt, dass sich sportlicher Fortschritt daraus logisch herleiten und herbeiführen lässt.


Doch ich merke auch hier eine Tendenz, die mir teils zu denken gibt.


Als ich vor unterdessen bald 21 Jahren mit dem Triathlon begann, sah mein Training so aus, dass ich vor dem Verlassen des Hauses einen Blick auf die Küchenuhr warf und nach der Heimkehr einen weiteren. Okay, eine Stunde Laufen etwa, drei Stunden Rad. Puls? Hatte ich, ja. Kilometer? Auch, genau.


Heute weiss ich, dass ich beim Laufen jederzeit von mindestens drei Satelliten aus dem Orbit erfasst werde, die mir auf die Sekunde genau sagen, wie viele Minuten ich auf den Kilometer brauche und wie weit ich laufe. Ich bekomme meine Schritte aufgezählt, jede kleinste Unregelmässigkeit meines Herzschlages. Ich kann das Ganze mit Wetterdaten abgleichen um zu sehen, wie sehr sich der Wind auf meine Leistung ausgewirkt hat und sehe am Ende genau, wie viel Energie in Form von Kilokalorien ich verbrannt habe.


Und das ist TOLL!


Nur frage ich mich manchmal, was wohl wäre, wenn all das auf einmal nicht mehr da wäre. Wie viele Menschen könnten ihren Hobbies nicht mehr nachgehen, weil sie einzig und alleine vom Smartphone oder sonst einem Gadget abhängig sind? Und was mir ab und an Angst macht: wäre ich wohl eine von ihnen?


Ich habe darauf keine Antwort, doch vielleicht sollte ich die mal suchen.


Herzlich,

Fabian


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