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  • Fabian Kremser

Emotionen

Wenn das Internet ein Spiegel unserer Gesellschaft ist, dann kann ich mir nach nur fünf Minuten auf Google kaum mehr helfen: ich komme unweigerlich zu dem Schluss, dass wir ein ernstes Problem haben.

Nein, nicht wegen den derzeit überall präsenten Debatten, bei denen eine Partei der anderen erklärt, worum es geht und das Hauptargument zu sein scheint, dass die jeweils andere Partei (ungeachtet davon, wer angefangen hat) schlicht und einfach zu dumm ist, um alles zu verstehen. Dieser Tanz ist zwar mühsam, nervig und hat langsam einen langen, weissen Bart, doch das meine ich nicht.


Da ich hier immer nach Bildern für meinen Titel suche, die zumindest in meinen Augen irgendetwas mit dem Thema zu tun habe, über das ich gerade zu schreiben versuche, habe ich heute entsprechend den Begriff "Emotionen" in den Suchbalken eingegeben. Hint: das, was ihr oben seht, habe ich da nicht gefunden.


Emotionen, so scheint es, sind etwas durch und durch schlechtes, negatives, graues, schreckliches. Ich fand da Bilder von Angst, Schrecken, Schmerzen, Tränen, Wut. Grau in grau, etwas Rot... sehen wir tatsächlich Emotionen so an?


Das widerstrebt mir. Ich mag Emotionen. Einige mehr, andere weniger. Angst habe ich zum Beispiel nicht gerne. Ich erschrecke mich auch nicht immer gleich gern, das hängt ganz von der Art und Weise ab. Über den Schreck, den ich habe, wenn mich beim Laufen auf einmal ein Hund hinter einem Gartenzaun anbellt, kann ich schnell lachen, flattert mir ein Brief vom Steueramt ins Haus, ist das hingegen meist eher eine andere Sache. Schmerzen? Hu, ja. Ich mag's, wenn mir beim Sport mal die Beine brennen, aber wirkliche Schmerzen, körperliche wie seelische? Danke, geht gut ohne. Weinen... okay, Tränen an sich sind nicht zwingend eine Emotion, hängen aber gerne damit zusammen. Und können sowohl schön als auch ganz und gar hässlich sein. Sogar beides! Wut? Ich bin nicht gerne wütend, nein. Ich habe dann immer das Gefühl, dass jemand oder etwas anderes die Kontrolle über mich übernimmt, was mir die Zeit raubt. Ich mag es ganz und gar nicht, wenn ich mich über eigentlich völlig unnötige Dinge aufregen muss. Und so weiter. Doch mal ehrlich: das sind einige Emotionen. Einige wenige. Was ist mit den guten, den positiven?


Wo ist die Freude? Ich bin ein einfacher Mensch, ich kann mich an einer simplen Tasse Kaffee freuen oder mir so lange ob dem dämlichen Text eines blöden Deutschrock-Liedes einen Ast lachen, dass man versucht sein mag, die nächste Anstalt zu kontaktieren. Wo ist die Liebe, die Sensitivität, wo ist der Spass? Wo ist der Mut, die Entschlossenheit, die innere Ruhe, die Entspannung? Wo ist die Hoffnung? Wo sind die Clowns?


Warum ist es immer so viel einfacher, Negatives in der Welt zu finden, als sich auf die so viel erfüllenderen, positiven Sachen zu konzentrieren? Haben wir das etwa verlernt?


Ich hoffe doch sehr, dass dem nicht so ist. Aber das Internet will es uns wohl manchmal glauben machen. Da frage ich mich: wenn man derzeit einfach alles hinterfragt, warum nicht auch das?


Ich geh' einstweilen mal schaukeln.


Herzlich,

Fabian


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