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  • Fabian Kremser

Disziplin

"Ich würde ja gerne, aber mir fehlt einfach die Disziplin!"

Kennt ihr diesen Spruch? Habt ihr ihn selbst schon mal gedacht oder gar von euch gegeben? In welchem Zusammenhang?


Ich höre ihn immer wieder in meinem Beruf oder zumindest darum herum. Regelmässig Sport treiben, gut und gesund zu essen, das Gewicht zu optimieren... ich würde ja gerne, aber dazu fehlt mir einfach die Disziplin.


Manchmal kommt er sogar noch etwas ausgeschmückter daher und wird ergänzt durch Aussagen wie: "Ja, aber DU bist ja auch Sportler..."

Mal im Ernst: Was sagt es über mich aus, dass ich Sportler bin? Ist die Tatsache, dass ich oft schwimme, Rad fahre und Laufe irgend ein Gütesiegel, das es in den Augen von Anderen "okay" macht, wenn sie nicht nach den gleichen Standards streben? Oder womit sie rechtfertigen, sich selbst nicht besonders gut Sorge zu tragen?


Denn, und das ist die Kehrseite dieser Medaille: Ich habe diesen Satz noch nie von jemandem gehört, dem oder der es rundum gut ging, die glücklich waren und die keinerlei Gesundheits- oder Gewichtsprobleme hatten. Ausschliesslich immer bekam ich ihn von Menschen zu hören, die eigentlich ganz, ganz dringend eine Veränderung in ihrem Leben wünschten. Die sich ein BESSERES Leben wünschten. Nur wollten sie sich nicht mit dem Problem auseinander setzen, dass sie dafür aktiv etwas tun müssten...


Also wird sie wieder einmal vom Schrank heruntergeholt, die Keule mit der Mär' von der Disziplin, und munter geschwungen. "Ich würde ja gerne, aber... Disziplin, du weisst?"


Es scheint als wären alle Probleme dieser Welt gelöst, wenn diese vermaledeite Disziplin nicht wäre, die es verdammt noch mal für alles zu brauchen scheint, das sich irgendwie zu haben lohnt. Doch da sie so unerreichbar ist und vor allem Leuten angedichtet wird, die in den Augen des Durchschnitts weit über demselben weilen, ist es absolut okay, sie eben nicht zu haben und damit die eigene Miesere zu rechtfertigen.


Stellen wir uns doch einmal die grosse Frage: Was ist Disziplin überhaupt?


So richtig beantworten kann mir das meistens niemand und ich muss auch zugeben, dass es mir selbst schwer fällt, den Finger darauf zu halten. Natürlich kommen Begriffe wie "Konsequenz", "Härte mit sich selbst", "Verzicht" und so weiter auf den Tisch, doch stellt mich das nicht ganz zufrieden. Warum bin ich denn so konsequent mit mir und meinem Sport? Warum bin ich teils sehr hart mit mir? Warum verzichte ich auf vieles, das anderen, nun, unverzichtbar erscheint? Disziplin?


Das kann ich mit einem klaren "Nein" beantworten. Und vor kurzem hat mir jemand in den Weiten des Internets eine Idee davon gegeben, was "Disziplin" eigentlich ist, mit der ich mich durchaus anfreunden kann. Konkret hiess der Satz: "Ersetze doch "Dazu fehlt mir die Disziplin" einfach einmal mit "Das bin ich mir nicht wert" - und sieh, wie sich das anfühlt..."


Das traf mich ziemlich, denn das brachte es für mich absolut auf den Punkt. Ich möchte etwas - diesen Sport, diese Profilizenz - und ich bin es mir selbst wert, das zu erreichen. Also verzichte ich, bin ich hart zu mir, bin ich konsequent. Weil ich ein Ziel vor Augen habe und mich selbst genug mag, um es zu verfolgen. Ich muss mich nicht mit kleinen Annehmlichkeiten trösten, um den Alltag erträglicher zu machen und auf die ich dann irgendwann nicht mehr verzichten kann. Stattdessen gehe ich mit mir in höchstem Masse wertschätzend um. Was von aussen wohl nach Disziplin aussieht.


Wie geht es euch dabei?


Herzlich,

Fabian

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