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The world is wide.

Swim it.

Ride id.

Run it.

  • Fabian Kremser

Die andere Seite

Tja, und damit wäre ich nun bei dem Thema, das ich gestern schon angeschnitten habe. Leider bleibe ich noch etwas bei Corona, denn nun möchte ich, wie schon gesagt, über die andere Seite sprechen. Nicht über das Virus selbst, nicht über Long-Covid. Heute geht es um die Schäden, die quasi als Fallout des Ganzen entstehen.

Dazu muss ich sagen, dass ich selbst ein riesiges Glück hatte: ich war trotz meiner Selbstständigkeit nicht auf die Hilfe vom Staat angewiesen. Ich hätte sie auch gar nicht bekommen, da mache ich mir keine Illusionen. Aus diesem Grund werde ich niemanden, der auf wirtschaftlicher Ebene von alldem betroffen war und ist beleidigen, indem ich mich anmasse und versuche, darüber zu sprechen oder gar zu urteilen. Da ging viel schief, da sind viele, hässliche und meiner Ansicht nach in erster Linie auf himmelschreiende Inkompetenz zurückzuführende Dinge geschehen. Ich fühle mit jedem einzelnen, kleinen Geschäft, das in dieser Zeit bankrott ging. Unzählige kleine, aber absolut daseinsberechtigte Träume gingen in die Brüche und es gibt keine Worte dafür, wie traurig, beschämend, schade das ist.


Doch es gibt noch andere Aspekte der Peripherie, die wir erst jetzt langsam, aber sicher zu spüren bekommen.


Da sind zum einen mal die psychischen Schäden, die durch Dinge wie Isolation, Einsamkeit und der Angst vor dem Ungewissen ausgelöst wurden. Und dann sind da die tatsächlich messbaren Auswirkungen, die auch die Kinder mit einbeziehen.


Habt ihr euch mal die Zahlen angesehen betreffend der Fettleibigkeit? Die betreffend der Depressionen bei Kindern? Die betreffend körperlicher, also messbarer Beschwerden?


Sie steigen an. Rasant. Und es ist ein weiterer Punkt, der einem Angst machen kann. Nein – der MIR Angst MACHT.


Erinnert ihr euch an den Satz: "Fernsehen macht dick, dumm und gewalttätig"?


Nehmen wir mal an, dass er die Essenz von vielen Forschungen und Studien dazu ist, was das Fernsehen oder die digitalen Medien überhaupt mit uns anstellt – und erst recht in den Gehirnen von Kindern – dann könnte man ihn einmal als Richtlinie nehmen, um sich die kommenden Generationen etwas genauer anzusehen.


Klar, Technologie ist toll, doch… was denkt ihr, passiert auf einer relativ grossen Ebene, wenn man Kinder ab dem 7. Lebensjahr über mehrere Monate hinweg dazu verdonnert, täglich mehrere Stunden lang auf einen Bildschirm zu starren, Schulklassen in Form von Zoom-Meetings zu erleben und dann auch noch die Hausaufgaben im Internet zu lösen? Was denkt ihr, hat es für eine Auswirkung, wenn diese armen, kleinen Gehirne, die sowieso schon in erster Linie Zucker benötigen, auf einmal in den digitalen Overdrive gehen und die kleinen Körper dazu bewegen, praktisch nur noch nach Süssem zu verlangen? Und was könnte wohl passieren, wenn die dauerhafte Bestrahlung mit den blauen Lichtwellen der Bildschirme dazu führt, dass Teile des Gehirns aktiv werden, die sonst auch auf harte Drogen und Zucker reagieren?


Man werfe das alles in einen Topf, rühre es einmal gut durch: Voilà. Fertig ist der absolute Katastrophencocktail.


Lethargische Kinder, die fast schon physisch von Bildschirmen und digitaler Unterhaltung abhängig sind, die Unmengen von Süssigkeiten essen (und sie auch bekommen, da sie sonst ausrasten), die sich deshalb nicht mehr bewegen. Dazu Eltern, die psychisch völlig am Ende sind, weil sie zum einen sehen, was mit ihren Kindern geschieht, dem nicht entgegenwirken können und die mit der Zeit körperlich so am Ende sind, dass sie nicht mehr wissen, was tun, ausser den nächsten Streamingdienst zu abonnieren und jedem Kind bereits im Kindergartenalter einen eigenen Computer zu geben, damit sie sich wenigstens darum nicht streiten…


Was wie eine dystopische Sitcom klingt, ist leider Realität. Und darüber müssen wir DRINGEND sprechen, denn das kann kein gutes Ende nehmen.


Ich habe da keine Lösung für – wie sollte ich auch. Ich habe Verständnis und kann Empathie aufbringen, doch dass man alleine damit eine Depression nicht heilt, ein übergewichtiges Kind nicht zum Sport bewegt, besser isst, das weiss ich aus erster Hand und höchstpersönlich sehr gut. Nur, dass in meinem Fall das "Kind" ich selbst war, doch heute geht es nicht um mich.


Meine Gedanken dazu?


Die gleichen wie immer: Lasst uns füreinander dasein. Lasst uns uns gegenseitig helfen. Wir können aus all dem etwas machen, das uns als Gesellschaft entzweit – oder aber eint.


Ich wäre für Variante 1…


Herzlich, Fabian


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